
Erwin und Leo könnten unterschiedlicher nicht sein: Erwin, chaotisch und abenteuerlustig, wollte ein Jahr auf Weltreise gehen und hat dafür seine Wohnung an Leo, einen ehrgeizigen Möchtegern-Schriftsteller, untervermietet. Doch das Schicksal machte Erwin einen Strich durch die Rechnung – er kam nicht weiter als bis zum Flughafen Kloten. Nun teilen sich die beiden wider Willen Erwins Zweieinhalbzimmer-Wohnung. Allein bleiben sie selten, denn die schlagfertige Jasmin, der wortgewandte Röbi und die neugierige Nachbarin Frau Graber sorgen für ständige Unruhe in der improvisierten WG. Das Ergebnis? Jede Menge Tohuwabohu und Chaos, das ihren Alltag garantiert nie langweilig macht.
Bei der Vorbereitung der gemeinsamen Weihnachtsfeier macht sich Leo darüber lustig, dass Röbi noch an das Christkind glaubt und sich von diesem eine E-Gitarre wünscht. Als Weihnachtsmuffel weigert er sich ausserdem, Erwin bei einem Auftritt als Weihnachtsmann im Kinderheim zu vertreten, als dieser sich mit Frau Grabers Plätzchen den Magen verdirbt. Schliesslich hat Jasmin ihm aufgetragen, ein Interview mit einer Schriftstellerin zu führen, die als recht exzentrisch gilt. Wie exzentrisch, das merkt Leo schnell, denn die Dame hält sich tatsächlich für das echte Christkind. Seltsam nur, wie gut sie über Leo und sein gestörtes Verhältnis zum Weihnachtsfest Bescheid weiss
Leo räumt die letzten Reste aus Kühlschrank und Küche, die sich bei Erwin angesammelt haben. Heute ist es so weit: Erwins Koffer sind gepackt, die Ausrüstung für Dschungel und Wüste geprüft, und die lange geplante Weltreise kann starten. In zehn Minuten fährt Leo ihn zum Flughafen, und anschließend gehört ihm die Wohnung für ein Jahr. Perfekt, um in Ruhe seinen Erstlingsroman zu schreiben. Doch Erwins Reisefieber sorgt in letzter Minute für chaotische Szenen, und Leo realisiert, worauf er sich eingelassen hat: Er soll sich um den Waisen Röbi kümmern, der bei seinem Onkel, dem Hauswart, lebt. Gleichzeitig mischt sich Frau Graber aus dem zweiten Stock ungefragt ein. Sie sieht, weiß und kommentiert alles, durchsucht sogar Leos Umzugskisten und seine Unterwäsche.
Während Erwin an Stühlen schleift, die er für den Basar restauriert, bereitet Leo die Benefiz-Veranstaltung seiner Zeitung vor. Er plant, mit Jasmin, seiner Ex-Freundin und Stellvertreterin beim «Neuen Tagblatt», zum Ball zu gehen. Doch Leo hat es versäumt, Jasmin rechtzeitig zu fragen. Als Jasmin erscheint, erlebt Leo eine bittere Überraschung: Sie ist bereits mit einem Kollegen verabredet und kommt nur, um von Leo Unterlagen für einen Artikel zu holen. Für Leo, getroffen in seiner Eitelkeit, ist das ein herber Schlag. Gekränkt beschließt er, zu unkonventionellen Mitteln zu greifen, um seinen Stolz zu retten. Dabei zieht er sogar den ahnungslosen Röbi in seine Pläne hinein – jemanden, den er abwertend nur als „Vorstufe zum Homo sapiens“ betrachtet.
Erwin bereitet sich akribisch auf seine geplante Extremweltreise vor und plant ein 24-stündiges Überlebenstraining auf dem Balkon. Leo, der das Ganze eher belächelt, stimmt zu, Erwin während der Übung konsequent ausgesperrt zu lassen – für ihn die perfekte Gelegenheit, ungestört an seinem Roman zu arbeiten. Doch Leos Plan scheitert schnell: Jasmin taucht auf, nachdem sie von einem Lastwagenfahrer unfreiwillig geduscht wurde und Schutz sucht. Kurz darauf meldet sich Röbi lautstark, da der Keller überschwemmt ist und er Hilfe braucht. Und dann wäre da noch Frau Graber, die sich von einem vermeintlichen Voyeur in ihrer Wohnung beobachtet fühlt. Leos „erwinfreier“ Tag endet chaotisch.
Mit schweren Boxhandschuhen stürmt Röbi in Erwin und Leos Wohnung – nicht, weil er Boxer werden will, sondern um seinem sonntäglichen Flipper-Drang im Spielsalon zu widerstehen. Gleichzeitig versucht Erwin mithilfe einer Technik aus seinem „Survival“-Magazin („Mentale Power: Bodybuilding für den Geist“) seine Sucht nach Süßigkeiten zu bekämpfen. Leo, der eigentlich in Ruhe an seinem Roman schreiben will, versucht vergeblich, die beiden davon abzuhalten, ihre Übungen in der Wohnung durchzuführen. Als auch noch Jasmin erscheint und Interesse an Erwins Methode zeigt – sie möchte ihre Handysucht in den Griff bekommen – kapituliert Leo. Mit einem Plan im Hinterkopf schließt er sich der Gruppe an: Als selbst ernannter „Übungsleiter“ will er die Kontrolle übernehmen.
Zwischen Erwin und Leo herrscht dicke Luft. Leo hat genug von Erwins Chaos: wochenalte Essensreste im Kühlschrank, honigverschmierte Schranktüren und überall verstreute Survival-Magazine. Erwin hingegen fühlt sich von Leos Nörgelei zunehmend unwohl in seiner eigenen Wohnung. Obwohl sie Erwin gehört, hat er Leo die Untermiete für ein Jahr zugesichert. Beide sehen nur eine Lösung: Jeder sucht sich eine neue Bleibe. Doch dieser Streit gefährdet Jasmins Plan, mit den beiden eine Cabrio-Fahrt zu machen, die sie bei einem Wettbewerb gewonnen hat. Röbi und Frau Graber bieten sich prompt als Ersatz-Mitfahrer an – eine Idee, die selbst Jasmin eindeutig zu weit geht.
Leo sitzt mit schmerzverzerrtem Gesicht am Tisch – ein Hexenschuss macht jede Bewegung zur Qual. Obwohl Erwin ihm ein selbstgemischtes Naturheilmittel anbietet, bleibt Leo skeptisch. Ausgerechnet heute muss er ein Interview mit Egon Tobler, einem umstrittenen UFO-Spezialisten, führen – und das ausgerechnet bei sich zu Hause. Röbi ist begeistert, denn er glaubt fest an Toblers Theorien über UFOs und fremde Galaxien. Doch Leo hat kaum Zeit, sich zu sammeln, als Jasmin plötzlich auftaucht und mit schadenfrohem Lächeln verkündet, dass Tobler früher als geplant eintreffen wird. Die Zeit drängt, und da Tobler für seine Vorliebe für Alkohol bekannt ist, muss ein passender Drink her. Jasmin und Röbi, beide unerfahren im Mixen, übernehmen die Aufgabe, während Leo mühsam versucht, sich für seinen Gast umzuziehen.
Erwin ist mitten in seinem täglichen Sportprogramm, als Jasmin eintrifft und sich über seinen Eifer wundert. Der Grund: Erwin konnte der Schachtel Pralinés, eigentlich für Frau Grabers Geburtstag gedacht, nicht widerstehen. Als Ersatz bleibt Frau Graber nur eine Geburtstagskarte mit einem selbstgedichteten Vers, die Röbi in ihren Milchkasten gelegt hat. Erwin hat Leo überredet, Röbi mit verantwortungsvollen Aufgaben zu betrauen, um dessen Selbstvertrauen zu stärken. Doch Leos Geduld wird auf die Probe gestellt: Röbi soll zwölf Kopien von Leos selbstverfasstem Liebesgedicht im Kopierladen anfertigen, doch er kehrt mit zwei Kopien weniger und ohne das Original zurück. Die Folgen sind chaotischer, als sich Erwin und Leo je ausmalen konnten. Für Leo ist die Schmach so groß, dass ihm nur eine Lösung bleibt: auswandern.




