
Als „Corpus Christi“ 1997 zum ersten Mal ausgestraht wird, schreibt die Serie Fernsehgeschichte. Ein Team von Wissenschaftlern, unter ihnen bedeutende Theologen und Literaturanalytiker, stellt das neue Testament auf den Prüfstand. Was können wir wirklich über das Leben von Jesus Christus wissen? Kritische Blicke auf eine Geschichte, die für fast zwei Jahrtausende als unantastbar galt.
Vergleicht man das Evangelium des Johannes mit den anderen Evangelien des neuen Testaments, so stellt man bald fest, dass es sich um einen ganz eigenständigen Bericht über das Leben Jesu handelt. Doch wieso steckt es so voller Absonderlichkeiten und Widersprüche? Wurde es im Laufe der Jahrhunderte verändert? Und warum wird dasJohannes-Evangelium von manchen als Quelle des Antisemitismus bezeichnet?

Das Bild von Jesus am Kreuz ist eines der bekanntesten Symbole unserer Welt. Aber was wissen wir wirklich über die Hinrichtung Jesu Christi? Ein Team von Wissenschaftlern versucht, die Kreuzigung zu rekonstruieren, Widersprüche auszuräumen und der Wahrheit hinter den Schilderungen der Evangelien auf die Spur zu kommen. Ein neuer Blick auf eine Geschichte, die für beinahe 2000 Jahre als festgeschrieben galt.

Jahrhundertelang war der Vorwurf, Juden hätten Jesus zum Tode verurteilt, Zündstoff für antisemitische Hetze. Doch ob es wirklich so gewesen ist, ist fraglich: in Judäa zu Lebzeiten Christi teilten sich römische und jüdische Autoritäten die Macht. Wer also machte Jesus den Prozess? Eine Gruppe von Wissenschaftlern versucht herauszufinden, was wir wirklich über die Verurteilung Jesu Wissen können.

„I.N.R.I.“ – die Inschrift, die angeblich auf dem Kreuz Jesu angebracht wurde, verkündete, hier hinge Jesus von Nazareth, der König der Juden. Doch war Jesus Christus wirklich ein „König der Juden“, seine Hinrichtung ein politisches Exempel? Ein Team von Wissenschaftlern geht dem Rätsel um den vermeintlichen Königstitel auf den Grund.

Wissen wir, an welchem Tag Jesus gestorben ist? Laut dem Johannes-Evangelium fand die Hinrichtung am Passahfest statt. Andere Evangelien berichten, dass Jesus schon einen Tag zuvor gekreuzigt wurde. Für Theologen ein gewaltiger Unterschied: Hätte man den Tod Jesu auf das Passahfest verlegt, könnte dies der Versuch gewesen sein, ihn in eine Reihe mit Moses zu stellen. Eine Spurensuche in den ältesten Texten der Christenheit

Das griechische Wort „christos“, das in den Evangelien zur Beschreibung von Jesus verwendet wird, bedeutet „Messias“. Im Judäa des ersten Jahrhunderts war die Hoffnung auf eine neue Heilsgestalt groß, die das jüdische Volk von den Römern befreien würde. War der Messias damit ein religiöser oder eine politischer Führer? Und wie wurde „Jesus von Nazareth“ zu „Jesus Christus“, dem Messias?

Für Jesus, wie für alle Juden seiner Zeit, ist der Tempel von Jerusalem der heiligste Ort im Land Israel: Hier sind die Menschen Gott am nächsten. Die Bibel schildert detailliert, wie Jesus in einer turbulenten Episode Händler aus dem Tempel vertreibt. Ein rein symbolischer Akt oder doch ein Angriff auf die Macht der Hohepriester? Eine Spurensuche in den Evangelien.

Der Anfang eines jeden Evangeliums betont die wichtige Rolle von Johannes dem Täufer, der einen Taufritus weit weg von Jerusalem als Ersatz für die Tempelopfer vorschlug. Unter den Anhängern Johannes des Täufers fand Jesus seine ersten Jünger. War Jesus also ein Anhänger Johannes des Täufers? Wurde sein Wirken durch ihn beeinflusst? Ein historischer Blick auf den Propheten - und seinen Propheten.

Laut den Evangelien werden zusammen mit Jesus noch weitere Juden verhaftet. Zwei von ihnen werden gekreuzigt, doch ein dritter, Barabbas, hat mehr Glück. Als der römische Statthalter anbietet, einen Gefangenen zu begnadigen, wählt die Menge ihn. Weshalb ihn und nicht Jesus? Was können wir über Barabbas, den „Aufrührer“, wissen? Auf der Suche nach einem Phantom der Evangelien.

Das Johannes-Evangelium erwähnt ca. 70 Mal die „Juden“. Aber wer sind die Juden in diesem Text? Das jüdische Volk, die Ältesten des Volkes oder die Bewohner Judäas? Wie ist es zu erklären, dass der einzige Judäer im Kreise der Jünger, Judas, als Verräter Jesu gilt? Ist er vielleicht die Verkörperung des Judentums nach dem Bruch mit dem Christentum? Judas und die „Juden“' der Evangelien werfen weiterhin Fragen auf.

Die Auferstehung ist eines der mysteriösesten Kapitel der Geschichte Jesu: Was geschah nach der Kreuzigung? Warum wurden die Jünger nicht von den Römern verfolgt? Weshalb werden die Erscheinungen des auferstandenen Jesu so unterschiedlich beschrieben? Und warum erkennen die Frauen und Jünger den auferstandenen Jesus am Anfang nicht? Eine Suche nach Antworten in den ältesten Texten der Christenheit.

Das Werk, das am nächsten am Leben Jesu steht, ist das Johannes-Evangelium. Doch das Werk und sein Autor stecken voller Rätsel: War es wirklich, Johannes, der Apostel Jesu und angeblicher "Lieblingsjünger", der die Texte verfasste? Warum sind dann alle Exemplare in Ägypten gefunden worden, kein einziges in Palästina? Welche der hunderten von Varianten sind am glaubwürdigsten?

Vergleicht man das Evangelium des Johannes mit den anderen Evangelien des neuen Testaments, so stellt man bald fest, dass es sich um einen ganz eigenständigen Bericht über das Leben Jesu handelt. Doch wieso steckt es so voller Absonderlichkeiten und Widersprüche? Wurde es im Laufe der Jahrhunderte verändert? Und warum wird dasJohannes-Evangelium von manchen als Quelle des Antisemitismus bezeichnet?




